November 2015

Wir sind bei Dir, Paris, in deinen Straßen,

an all den zarten und lichtdurchfluteten Orten,

bei unserem Freund, dem amerikanisch-jüdischen

Antiquar, bei Jakob und Binette aus Afrika, die uns

herumführten durch dich und dann mit uns tanzten.

Wir sind bei dir und der verrückten Hélène, bei der Frau

im roten Mantel, die uns durch die Scheibe der Métro

nachsah mit so großen Augen, bei Niko, der drei Tage

in dir verschwand und voller glücklicher Erinnerungen

wieder auftauchte, bei Armut und Missstand und

Wein und nüchterner Analyse.

 

Wir sind bei dir Paris, bei den Frauen der Pariser Kommune,

bei Louise Michel. Wir sind auch bei Edith, die nichts bereut,

bei dem weißhaarigen Mann, der uns Pfirsiche schenkte,

bei der Nike von Samothrake, vor deren kopfloser Schönheit

schon viele in Ohnmacht fielen. Wir sind beim gebannten Denker

Rodins und wir steigen in dir durch den verlorenen Turm der Arbeit

von Klasse zu Klasse und Mensch zu Mensch.

 

Wir sind bei dir, Paris, in deiner Trauer und im Schmerz.

Und wir werden auch bei dir sein auf den Barrikaden, um

den Wahnsinn aufzuhalten, gegen die, die ihn bringen, die,

die ihn schüren und die, die ihn senden.

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